Gibt es eigentlich irgendeinen Politiker (m/w) von Rang, gleich aus welcher Partei, der eine Vorstellung von (gedanklicher) Struktur in dieser Lage hat? Der dieser Situation einen Halt gäbe, der erforderlich wäre, um tatsächliche Struktur (zurück) zu gewinnen. Ich sehe leider nur einen aufgeregten Hühnerhaufen. Und eine Bundeskanzlerin, die durch Ruhe und Besonnenheit zwar versucht, die Hysterie nicht überschlagen zu lassen. Jedoch das, was erforderlich wäre – einen Horizont aufzuzeigen, aus dem sich die gegenwärtige Tagespolitik ableiten ließe – nicht leisten kann. Weil es weder ihre Art ist noch sie über geeignete (Obamasche) rhetorische Mittel verfügt. Auch Robert Birnbaums Beitrag ändert an dieser Sicht nichts. Weiterlesen »

Wir erhalten zwar ein Szenenbild mit den Hauptdarstellern, doch, was die meisten interessiert, wie
es denn „nach der Pause“ weitergeht, bleibt unbeantwortet. Selbst die Rollenbeschreibungen lassen
nicht einen Schluss zu, was „die Regie“ vorgesehen hat. Vor allem nicht, wie es denn ausgeht. Im
Hintergrund aber, das haben die Berichterstatter ausgelassen, sehen wir „pausenlos“ Menschen
vorbeiziehen, vollkommen gleich, was im Vordergrund stattfindet.

So verständlich der Wunsch nach Klarheit oder Struktur ist, sie wird sich so schnell nicht einstellen.
Denn die Antworten werden ausschließlich aufgrund bisheriger Erfahrung (eher Nicht-Erfahrung)
gegeben. Diese Flüchtlingskrise ist – und das sollte verstanden werden – anders als die bisherigen
(im Europa der vergangenen 70 Jahre). Sie verlangt andere Antworten; diese werden vielen nicht
gefallen. Die Herausforderungen sind deutlich größer als (öffentlich) beschrieben (es geht nicht
„bloß“ um Flüchtlinge). Mir ist noch nicht klar, ob die Verantwortlichen mitwachsen (wollen).


Erstmals erschienen 09.11.2015 21:33 Uhr im Leserforum (User wp10)
Der Tagesspiegel ® 09.11.2015 Alles kreist um Angela Merkel

Am Ende noch ein knackiger Satz, ein Punkt, besser noch ein Ausrufezeichen. Doch ein solcher
Akzent prägt „schlussendlich“ den Blick aufs Gesamte. Ist tatsächlich gemeint, dass man den
ganzen Krempel, „das Erbe“ wegwerfen kann? Oder sollte man sich nicht, wie bei jedem Erbe,
ansehen, was lohnt aufzuheben, und nur für manches, häufig vieles, den Container bestellen?

Die potentiellen Erblasser seien „Verbraucher“ (Mittelpunkt unserer Welt!) stellt Schuller fest und
identifiziert sie doch bloß als „Plünderer“, die den guten Wein mitgehen lassen, bestenfalls die
Plörre zurücklassen. Was „so merkwürdig unbefangen“ erscheint, ist es nicht eher das
auftrumpfend Unverfrorene, das glaubt, auf den größten Batzen Anspruch zu haben? Das lieber,
bevor jemand anderes „unverdient“ ein Stück vom Kuchen nimmt, sich den ganzen unter den
Nagel reißt, um zu entscheiden, wessen „Leistung“ mit ein paar Krümeln bedacht werden soll. Weiterlesen »

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