20151122_letter@TS

Brief mit Anhang als PDF

Mein Brief an die Chefredaktion „Der Tagesspiegel“ am 22. November 2015

 

Sehr geehrter Herr Maroldt, sehr geehrter Herr Casdorff,

auch wenn die Userstatistik des Forumsuser wp10 ein Dabeisein von mehr als 2.000 Tagen ausweist, habe ich doch erst deutlich später begonnen, unter diesem Usernamen in Ihrem Online-Forum Kommentare zu schreiben. War es die Absage der BER-Eröffnung, war es der Volksentscheid zur Bebauung des Tempelhofer Felds, ich kann es nicht mehr feststellen, da ich die Beiträge selten speicherte. Meine Ablehnungsquote lag bei etwa ein bis zwei Prozent, am Anfang noch aus Unerfahrenheit, da unklar war, wo die Grenze verläuft; zumeist fielen die kurz hingeworfenen Kommentare durch. Auch deshalb hatte ich beschlossen, ich „kann nur lang“. Ich müsse die Grundlagen meiner Argumentation mitliefern, und nicht durch Verwendung irgendwelcher Begriffe darauf verweisen, da sie sofort miss- weil anders verstanden werden könnten, als ich es möglicherweise meine.

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Die Krise autokratischer Männerbünde

Ob Frauenbünde eine bessere Welt zum Ergebnis hätten, bei „Bünden“ habe ich grundsätzlich
meine Zweifel, ist schwer belegbar. Manches wäre jedoch moderater, weniger exzessiv. Während
der Zeitgeist – calvinistisch-protestantisch durchdrungen – Exzessives für widermenschlich hält,
bedeutet es erst einmal nur, ein Maß zu überschreiten. Wo dieses endet (in einer Erfindung?),
steht zu Beginn noch gar nicht fest. Mit Moral allein dürfte es kaum einzuhegen sein. Um aber
nicht regelmäßig das Ganze zu bedrohen, braucht Exzessives einen Raum, eine Art
VirtualBox. Auch um zu entscheiden, ob das Neue eher als Gewinn oder mehr als Schaden
zu bewerten ist. Zu berücksichtigen ist unbedingt, das Einrichten der VirtualBox nicht ausschließlich
dem Systemadministrator zu überlassen. Schnell könnte es nämlich sein, dass diese aus dem
Gesamtsystem besteht. Dann hilft manchmal nur den Stecker ziehen und zusehen, ob nach dem
Neustart noch etwas zu retten ist. Weiterlesen »

[…] jene, die nachher die freiheitlich-demokratische Grundordnung Europas und Deutschlands zerstören, mindestens aber beschädigen wollen […]

  1. Wie sieht die Grundordnung nach der Zerstörung aus? Wie sieht ein Schaden an der
    Grundordnung aus? Muss man sich das ähnlich vorstellen wie ein Totalschaden bzw. ein
    Unfallschaden an einem Fahrzeug? Bei dem ersten ist es vollkommen unbrauchbar, beim
    zweiten möglicherweise reparabel.
  2. Wie fügt man einer Grundordnung solche Schäden zu? Was braucht man, ob der
    Grundordnung die Schäden zuzufügen?
  3. Wer verfügt über solche Mittel, der Grundordnung diese Schäden bis hin zum Totalschaden
    zuzufügen?
  4. Bei einem Auto habe ich bei einem Totalschaden außer über dem Schrott kein nutzbares
    Fahrzeug mehr. Ist das bei der Grundordnung genauso?
  5. Wie kann man die Grundordnung schützen, so dass keine Schäden entstehen? Ist das
    überhaupt notwendig? Inwieweit beeinträchtigt „eine Beule“ die ganze Grundordnung?
  6. Ist die Zerstörung der Grundordnung nicht bloß das Ungeheuer, gegen das man in den Krieg
    ziehen will, um die Grundordnung so verändern zu können, dass sie außen zwar „wie am
    ersten Tag“ aussieht, innen aber nicht wiederzuerkennen ist?
  7. Um am Ende festzustellen, dass man daran sehen könne, was das für ein Ungeheuer war,
    gegen das man ins Feld gezogen ist.
  8. Wann wird Feldgrau wieder die Farbe der Saison?

Erstmals erschienen 14.11.2015 17:22 Uhr im Leserforum (User wp10)
Der Tagesspiegel ® 14.11.2015 Merkel und die Willkommenskultur in Zeiten des Terrors

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