I apologize, es tut mir leid, zu viel Blei, fünf elende Seiten Text. Nicht einmal eine Zusammenfassung, keinesfalls in 1:30 zu schaffen, selbst für Schnell-Leser nicht.

Dennoch hier eine Hilfe:

1. Es geht um die Kermani-Rede in der Paulskirche im Oktober.

2. Wenn Sie nur die 101. Antwort auf den „Schloemann-Angriff“ vom 20. Oktober 2015 lesen wollen, gehen Sie gleich zu 2.1.

3. Wenn Sie nur an den Verfälschungen der Tagesschau interessiert sind, gehen Sie
direkt zu Abschnitt 2.2.

4. Und wenn Sie daran interessiert sind, wie die Stützen der Gesellschaft abgewatscht werden, gehen Sie zu 2.3.

Sie können einfach hier weiterlesen, Sie verpassen nichts, denn das Beschriebene ist längst passiert, es besteht daher kein dringender Handlungsbedarf.

„Eigentlich“ sollte dieser Text sich ziemlich geradeaus auf sein Thema, den Abschnitt 2.3. zubewegen, dem Abwatschen mancher, die an unserer Stelle statt, in der ersten Reihe stehen. Auf denen herumgehackt wird, die meistens als „korrupt“ oder „unfähig“ bezeichnet werden, in der Regel beides mit einem „und“ verbunden. Leider kamen mir, und dazu noch doppelt, Hindernisse in den Weg, die ich nicht einfach ignorieren oder umgehen kann. Aus dem Weg räumen kann ich sie nicht, aber wenigstens Hinweisschilder aufstellen, damit die nächsten, die vorbeikommen, nicht gefährdet werden. Da die Hindernisse nun angesprochen werden, die Verantwortlichen benannt sind, könnte die Chance bestehen, dass über kurz oder lang, sich „jemand“ der Sache annimmt.

Als ich mir die Hindernisse näher und von verschiedenen Seiten betrachtete, stellte ich auf einmal fest, dass diese Hindernisse exakt aus dem gleichen Stoff wie mein Thema in 2.3. gewebt sind. Der Anlass, sich damit zu beschäftigen, liegt schon ein paar Wochen zurück. Weiterlesen »

Fortsetzung von 2.1. Die Entweihung der Kritik

Die Tagesschau hat in ihrer 20-Uhr-Ausgabe vom 18. Oktober 2015 den Bericht zur Kermani-Rede verfälscht. Es gibt eine andere Aufzeichnung, die belegt, dass sich die Situation nicht so zugetragen haben kann, wie es die Tagesschau vermittelt. Auf einem Smartphone (!) wird man davon jedoch nichts feststellen können, man braucht einen größeren Bildschirm.

Die angesprochene Frau, die der Berichtsausschnitt zeigt, dürfte in der ersten Reihe vermutlich sogar eine der wenigen sein, die Kermani dort Achtung entgegengebrachte. In dem weiteren Beitrag sind die Gesichter ihrer Nachbarn sehr groß im Bild. Dort sehe ich Ratlosigkeit, vor allem Wut und Zorn, wenn nicht gar Verachtung. Unter deren Gesinnungsfreunden dürften diejenigen zu finden sein, die für den entsprechenden Beitrag in der Tagesschau sorgten. Eine Sendung, die man angeblich zum Ausweis der Nachrichten“kompetenz“ der ARD ins Feld führt. Zudem wird der besagte weibliche Gast zur Falschdarstellung missbraucht. Die Verfälschung, die durch perfiden Filmschnitt entstanden ist, kann ich nicht „beweisen“, sondern nur ihre Wahrscheinlichkeit behaupten, da ich die Rohfassung nicht kenne. Auch hier wird es „jemand“ geben, der dies problemlos nachreichen kann. Weiterlesen »

„Niemand verlässt sein Heimatland leichtfertig.“

Es ist einer der besten ersten Sätze in dieser Debatte. Weil an ihm alles abprallt, was an Hass und Übertreibung geäußert wird, vor allem die Unterstellung, jemand würde sich „für ein paar Silberlinge“ auf den Weg machen.

Nur leider ist diese Stimme – befürchte ich – zu schwach, weswegen ich bezweifele, ob sie wirklich durchdringt. In einer Debatte, in der viel von Kontrolle, Grenze, Überforderung, nicht verändern Wollen und Sollen, die Rede ist. In einer Zeit in der „Ergebnisse“ gefordert werden und nicht Arbeit, deren „Wirkung […] nicht sofort messbar“ ist. In einer Lage, die Gelegenheit bietet, mit vielem „Gedöns“ endgültig aufzuräumen. Diese Chance wird man sich nicht entgehen lassen wollen, dieses Risiko wird noch viel zu wenig wahrgenommen.

Wir sind an einem Abzweig, ähnlich einem Autobahnkreuz, angekommen. Eine Zeit lang kann man noch parallel fahren, bis zu einem Punkt, an dem man sich entscheiden muss, entweder geradeaus wieder die Auffahrt zu nehmen, oder tatsächlich abzufahren. Dazwischen gibt es nur den Graben. Die gegenwärtige Situation (des langsamer Fahrens) hilft vielleicht, die Richtung (neu) zu bestimmen.


Erstmals erschienen 13.11.2015 13:03 Uhr im Leserforum (User wp10)
Der Tagesspiegel ® 13.11.2015 Verschlossene Türen, offene Arme

Die CDU-Kanzlerin, die bisher a-politisch regierte, wagt plötzlich ein, zwei (richtige) Schritte in den
(politischen) Fluss. Um wieder stehen zu bleiben, statt diesen zielstrebig zu durchqueren. Sie stoppt,
weil sie merkt, dass die Strömung heftig ist und man nass wird. Nun prüft sie, wie sie erreichen
kann, sollte man ihr folgen, trotzdem nicht nass wird, oder zumindest dies glaubt.

Der SPD-Vorsitzende fällt jede Woche mit einer neuen Idee auf, ihm machen weder Nässe noch
Strömung etwas aus. Er scheint aber in dem Fluss die Stelle zu suchen, an der ihm die meisten
Fische (Wählerstimmen) ins Netz gehen. Und den im kniffligen Moment sowieso das Boot abholt
(wichtige Termine), der einen dann im Strudel zurücklässt. Will man da folgen? Weiterlesen »

Wieder [Hört das denn nie auf?] „muss ein weiteres Stück deutsches Selbstverständnis neu bewertet werden“.

Nur, was muss neu bewertet werden? Als pünktlich zum Eröffnungsspiel sechs Wochen Hitze in Deutschland ausbrachen, die zusammen mit dem beliebtesten Sport für eine wochenlange Ausschüttung von Endorphinen sorgte, fragte sich manch um das Bild des Landes besorgter Beobachter, ob denn dieses Ereignis „im Ausland“ tatsächlich wahrgenommen und gebührend gewürdigt würde. Dass die Deutschen keine Auschwitzkommandanten mehr seien (Das Ausland hat).

Ein Land, dessen (Fußball-)Kaiser eben noch beim Schlusspfiff den Mannschaften ein herzliches „Servus“ hinterherrief, nach Hunderte Kilometer Flug im Emirates(!)-Helikopter diesem freundlich entstieg, um quasi die nächsten Mannschaften aufs Feld zu führen. Ein Franz Beckenbauer, der wusste, was von einem Kaiser erwartet wird: Präsenz. Weiterlesen »

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