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Mein Brief an die Chefredaktion Tagesspiegel vom 22.11.2015

20151122_letter@TS

Brief mit Anhang als PDF

Der Tag als Roland Freisler das Ressort Meinung des Tagesspiegel übernahm

Mein Brief an die Chefredaktion “Der Tagesspiegel” am 22. November 2015

 

Sehr geehrter Herr Maroldt, sehr geehrter Herr Casdorff,

auch wenn die Userstatistik des Forumsuser wp10 ein Dabeisein von mehr als 2.000 Tagen ausweist, habe ich doch erst deutlich später begonnen, unter diesem Usernamen in Ihrem Online-Forum Kommentare zu schreiben. War es die Absage der BER-Eröffnung, war es der Volksentscheid zur Bebauung des Tempelhofer Felds, ich kann es nicht mehr feststellen, da ich die Beiträge selten speicherte. Meine Ablehnungsquote lag bei etwa ein bis zwei Prozent, am Anfang noch aus Unerfahrenheit, da unklar war, wo die Grenze verläuft; zumeist fielen die kurz hingeworfenen Kommentare durch. Auch deshalb hatte ich beschlossen, ich „kann nur lang“. Ich müsse die Grundlagen meiner Argumentation mitliefern, und nicht durch Verwendung irgendwelcher Begriffe darauf verweisen, da sie sofort miss- weil anders verstanden werden könnten, als ich es möglicherweise meine.

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Die Krise, die sich Lügenpresse nennt

In der Gesellschaft gibt es ein deutliches Auseinanderfallen in den Wahrnehmungen, was sich in
der Zuspitzung „Lügenpresse“ ausdrückt. Beispiel: die aktuellen Kindermorde. In den Medien hat
sowohl die „emotionale“ Seite ihren Platz, die zuweilen drakonische Strafen fordert, ebenso wie
„vernünftige“ Stimmen, die auf die Seltenheit der Taten hinweisen und rächende Strafen ablehnen.

Die Krise lässt sich in mindestens zwei Stufen beschreiben:

1. Dem eigenen Gefühl wird mehr Vertrauen geschenkt als der Rationalität der „Experten“
(Kriminologen, Psychologen). Auf dieser Ebene besteht der Verdacht, es kämen nur Experten zu
Wort, die abweichende Theorien vertreten, gegenteilige Erkenntnisse würden nicht erwähnt. Im
Mittelpunkt: die Journalisten. Sie gehörten, oft als Gutmenschen geschmäht, zur gleichen Schicht
wie die Experten. Der Vorwurf: Sie hätten sich vom Normalbürger entfernt. Weiterlesen