Wieder [Hört das denn nie auf?] „muss ein weiteres Stück deutsches Selbstverständnis neu bewertet werden“.

Nur, was muss neu bewertet werden? Als pünktlich zum Eröffnungsspiel sechs Wochen Hitze in Deutschland ausbrachen, die zusammen mit dem beliebtesten Sport für eine wochenlange Ausschüttung von Endorphinen sorgte, fragte sich manch um das Bild des Landes besorgter Beobachter, ob denn dieses Ereignis „im Ausland“ tatsächlich wahrgenommen und gebührend gewürdigt würde. Dass die Deutschen keine Auschwitzkommandanten mehr seien (Das Ausland hat).

Ein Land, dessen (Fußball-)Kaiser eben noch beim Schlusspfiff den Mannschaften ein herzliches „Servus“ hinterherrief, nach Hunderte Kilometer Flug im Emirates(!)-Helikopter diesem freundlich entstieg, um quasi die nächsten Mannschaften aufs Feld zu führen. Ein Franz Beckenbauer, der wusste, was von einem Kaiser erwartet wird: Präsenz. Weiterlesen »

Wer Erfolg hat, hat alles richtig gemacht. Und aus Sicht derjenigen, auf deren Leistung der Erfolg beruht, ist dies richtig. Doch darüber hinaus gibt es Fragen, die nicht so eindeutig zu beantworten sind. Dabei sieht sich Kritik immer mit dem Vorwurf konfrontiert, etwas schlechtreden zu wollen, wo es um das Besser geht. Bedeutet der Gewinn der Europameisterschaft einen Schub für den Frauenfußball in Deutschland, war es Werbung für den Frauenfußball? Hat der Frauenfußball durch den Sieg der deutschen Mannschaft einen Entwicklungsschub gemacht bzw. ist dadurch eine Entwicklung sichtbar geworden? Was sagt es aus, dass zur besten Spielerin des Endspiels die Torhüterin mit ihren zwei gehaltenen Elfmetern  gewählt wurde? Was bedeuten 30 und mehr Schüsse auf Tor, von denen die meisten nicht wirklich gefährlich waren? Was sagt es, dass die deutsche Mannschaft nicht in der Lage war, den Ball keine halbe Minute in den eigenen Reihen zu halten? Warum wird der Ball hoch nach vorne gespielt, wo die angespielte Spielerin diesen schwer zu kontrollieren vermag und die Gegnerinnen genügend Zeit haben, zu stören? Warum laufen vielfach die Spielerinnen erst dann in eine Lücke, nachdem der Ball gespielt wurde? Warum rücken Mittelfeld-Spielerinnen bei einem Angriff Weiterlesen »

Es wird wieder europäischer Spitzensport geboten. Das Interesse scheint jedoch mittelmäßig zu sein. Es ist das ein oder andere unterhaltsame Spiel dabei.  Die deutsche Mannschaft kann dies nicht für sich reklamieren. Der Hype bei der WM vor zwei  im eigenen Land endete doch mit einer brutalen Landung. Nix war‘s mit einem Imageschub. Und spielerisch war bei der WM – wie auch jetzt wieder – von anderen Mannschaften mehr zu sehen. Da hätte man die Gelegenheit nutzen sollen, die Trainerin auszuwechseln, um den Kurs zu korrigieren. Hat man aber nicht.

Zudem war schon seinerzeit zu sehen, was erneut deutlich wird. Ihre bevorzugte Haltung, mit verschränkten Armen am Spielfeldrand stehen.  Als hätte sie mit den Ereignissen auf dem Platz nichts zu tun. Und so redet sie auch, „was da passiert sei, da müsse sie sich auch erst erkundigen“. Von „wir“ ist nie die Rede. Letztens hatte es während des Spiels geregnet, und was macht die Trainerin? Sie steht mit dem Schirm am Spielfeldrand. Mit einem Schirm! Will man sich für so jemanden zerreißen?

grosser_spochtIn der Vorausschau auf ein Großereignis an diesem Wochenende, bei dem mit einem Ball auf Rasen gespielt wird, wird wieder einmal das Lied – in Moll – der Kommerzialisierung des Sports gesungen. In der Diskussion um die Tatsache, dass ein Digitalsender sein Exklusivrecht nicht verschenken möchte, wird nicht ganz klar, was dort gescholten wird. Die ARD will keine Mondpreise bezahlen, ohne jedoch zu sagen, wie hoch die Forderung denn ist. (Nachtrag: Angeblich sollen 600.000 € gefordert worden sein, bei Lizenzkosten von 3,5 Mio für die vergangenen drei Jahre. Meine Vermutung war eigentlich, dass die sich für das eine Spiel die Kosten des gesamten Turniers bezahlen lassen. Lag also gar nicht so falsch. Hätte man zahlen können, sind nämlich Peanuts im Verhältnis zu dem, was sonst so über die Ladentheke geht.) Sicher wäre es kein Problem, die Kosten durch ein paar Werbeeinblendungen einzuspielen, Erfahrungen damit sollten im Hause vorliegen. Wahrscheinlich braucht man bei denen aber Monate Vorlauf, um so etwas stemmen zu können. Lieber mault man über die Unverschämtheit der anderen.

An dieser Stelle sei noch einmal an den nun schon wieder zehn Jahre alten Ausraster des lieben Rudi erinnert, der damals wohl immer noch glaubte, dass die Gehälter, die in diesem „Sport“ gezahlt werden, etwas mit dem Sport als Sport zu tun hätte. Dabei war es doch schon lange mehr als offensichtlich, dass die Gehälter im Fußball eindeutig der Unterhaltungsbranche zuzuordnen waren und bis heute noch sind. Und dass man sich sehr wohl darüber mokieren darf, wenn die Unterhaltung lausig ausfällt.

Wenn also die Veranstalter solcher Events ihre Veranstaltung meistbietend an die Medien verkaufen, so doch deshalb, weil die dort auftretenden Künstler erhebliche Gagen kassieren. Und seien wir ehrlich, das plötzliche Interesse an  besagtem Großereignis darf man doch weniger dem Sport zuschreiben.  Es wird „großer Spocht“ geboten, und das ist etwas anderes.

Während des Hochwassers waren einige Tweeds mit dem Tenor zu lesen, wo denn die ganze Unterstützung aus dem Ausland bliebe, wo wir denen doch schon so viele Milliarden haben zukommen lassen. Zudem gab es Meldungen, wonach Brüssel sich weigere, Mittel für den Wiederaufbau bereitzustellen. Dabei war von Beginn an klar, dass jedes Land Anspruch auf europäische Infrastrukturhilfen hat. Und richtig, Meldungen über die europäische Solidarität blieben selten, vergleicht man dies mit weit zurückliegenden Zeiten, in denen die gegenseitige Unterstützung in den Nachrichten breiten Raum eingenommen hatten. Aktuell gemeldet wurde nur der Einsatz von französischen und niederländischen Soldaten, die sich gerade im Hochwassergebiet aufgehalten hatten.

Nimmt man noch die ständige Betonung der Hilfsbereitschaft in den Flutgebieten hinzu, wurde ein Bild gezeichnet, dass man in Deutschland nicht auf fremde Hilfe angewiesen sei, dass man es alleine schaffe, mit solchen Ereignissen fertig zu werden. Mit anderen Worten, das Hochwasser hat dazu geführt, dass die Abwendung von Europa weiter zunimmt.

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Dieser Tage bewegt mich wieder der Fußball, Tabellenstand und Erfolgsaussichten des ewigen Hassvereins FCB. Die Experten – die richtigen und die wahren – haben bislang nicht einleuchtend darstellen können, woran es eigentlich hapert. Nur – das Starensemble will nicht mehr so recht zusammen funktionieren. VergleicElfmeterpunktht man die aktuelle Spielweise mit der erfolgreichen zu Beginn der Saison, wird doch eines sehr deutlich: In der ersten Saisonhälfte konnte man sehr gut den Barcelonastil – wenn wir es mal so nennen wollen – erkennen mit schnellem, direkten Zuspiel; jetzt fällt auf, dass wieder der altbekannte Bayernstil durchschlägt. Nicht ohne Dominanz auf dem Platz, jedoch ohne Ideen und Durchschlagskraft, wenig modern, zu wenig Bewegung. Dann natürlich auch ohne gute Ergebnisse.

Behaupten möchte ich, dass die erste Saisonhälfte noch das Ergebnis des in der Vorsaison einstudierten Spielstils (van Gaal) war. Den muss man aber permanent trainieren, was, so mein Eindruck, nicht unbedingt der Stil des – ja jetzt angeblich so entspannten – Josef Heynckes ist. Warum das von Interesse ist? Weil wir endlich wieder Fußball-Europameister werden wollen! Wir, wohlgemerkt!  – Gut, es fehlt auch Sebastian Schweinsteiger. Ahh, wie gut, dass man Experte ist.

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OlympiastadionIn den vergangenen Wochen schien der Eindruck in der Stadt nicht zu täuschen, dass die Champions-League-Euphorie doch kleine Dämpfer erhalten hat. Leider wurden historische Vergleiche zu einem ehemaligen Top-Team der Liga gezogen, die nun wirklich nicht sehr schön waren. Nun, vier Punkte auf dem Konto sind nicht gerade das, was man ein bequemes Polster nennt.

Andererseits verschaffte diese Situation dem Schaulustigen die Möglichkeit, problemlos Karten für das Spiel gegen den amtierenden Meister zu bekommen. Schließlich wandten sich auch die Hardcore-Fans von ihrer Mannschaft ab, um diesen einen Weckruf zukommen zulassen. Da dachte sich ein großer Lebensmitteleinzelhändler der Stadt vermutlich, dass das Spiel vor leerer Kulisse noch weniger Motivation auslöst und ganz nebenbei kann man noch etwas für’s eigene Image tun. Zwei Karten für jeden Käufer, der mindestens 75 Euro im Laden lässt. Da legt man doch noch eine schnell ein paar Sachen mehr in den Wagen. So sind es dann 50.000 Zuschauer geworden, die Lukas Podolski und seine beiden – sind die schon Ex? – Nationalspieler-Kollegen aus Portugal bewundern konnten. Und bei der Heimmannschaft stand schließlich auch ein Nationalspieler auf dem Feld. Feld? Sagen wir doch lieber Spielfeld.

Was gab es nun zu sehen? Köln SPIELT mehr mit System, Hertha hingegen wirkt wie eine Zweitligamannschaft, zwar nicht wie eine gute, aber eben wier eine Zweitligamannschaft. Nicht ohne Engagement der Spieler. Aber ohne rechtes System, oft durchsichtige Aktionen, nicht zuletzt auch viel zu langsam, um den Gegner zu überrennen. Und mit dem aktuellen Weiterlesen »

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