IMAGINEPEACE_AYZITBOSTAN_2014Wenn am 20. November 2015 um 10 Uhr für zwei Minuten in ganz Deutschland die Sirenen heulen, werden alle Autos anhalten, die Insassen aussteigen und sich schweigend auf die Straße stellen. Die Fußgänger werden anhalten, und schweigend warten. Die Menschen werden aus den Geschäften kommen und sich schweigend dazustellen. Schüler und Studenten werden den Unterricht, Seminare, Vorlesungen unterbrechen und sich schweigend erheben. Züge werden stoppen. Flugzeuge werden weder landen noch starten. Maschinen werden stoppen. Das ganze Land wird anhalten. Nach dem Ende der Sirenen werden die Menschen weitere drei Minuten schweigen.

Diejenigen, die meinen, provozieren zu müssen, werden ignoriert. Diejenigen, die meinen, dass die das doch verdient haben, werden, nachdem es nach einer Minute immer noch nicht weitergeht, erkennen, dass sie doch in erster Linie vom Terror in der Welt betroffen sind. Und sie werden auf die Straße treten und schweigen. Beschämt, aber auch stolz auf das Land, in dem sie leben, mit Ungläubigen, die andere Menschen aus der Fremde einfach aufnehmen, um ihnen Schutz zu geben. Und die das Leben einfach anhalten, um nicht nur den Opfern zu gedenken, sondern vor allem, um daran zu erinnern, dass dies nicht nur ein Anschlag war, sondern ein Verbrechen gegen alle Menschen.

Und sie werden sich wieder schweigend auf die Straße stellen am 5. Mai 2016, am 24. April 2017, am 12. April 2018, am 2. Mai 2019, am 21. April 2020, am 7. April 2021. Im Gedenken an die Opfer; eben auch in dem Land, das den bislang größten Anschlag zu verantworten hat. Nicht zum Bekenntnis der Schuld, sondern zur Mahnung und zum Ausdruck der Verbundenheit mit allen Menschen. Fünf Minuten, um sich dem weltweiten Krieg und Terror entgegenzustellen, mit der schärfsten Waffe – Schweigen.


Erstmalig erschienen am 14.11.2015 09:19 Uhr im Leserforum
Der Tagesspiegel ® 14.11.2015 Hillary Clinton – Der IS muss besiegt werden in Zeiten des Terrors

Free Download Schriftzug „Imagine Peace“ ayzitbostan.com

Während des Hochwassers waren einige Tweeds mit dem Tenor zu lesen, wo denn die ganze Unterstützung aus dem Ausland bliebe, wo wir denen doch schon so viele Milliarden haben zukommen lassen. Zudem gab es Meldungen, wonach Brüssel sich weigere, Mittel für den Wiederaufbau bereitzustellen. Dabei war von Beginn an klar, dass jedes Land Anspruch auf europäische Infrastrukturhilfen hat. Und richtig, Meldungen über die europäische Solidarität blieben selten, vergleicht man dies mit weit zurückliegenden Zeiten, in denen die gegenseitige Unterstützung in den Nachrichten breiten Raum eingenommen hatten. Aktuell gemeldet wurde nur der Einsatz von französischen und niederländischen Soldaten, die sich gerade im Hochwassergebiet aufgehalten hatten.

Nimmt man noch die ständige Betonung der Hilfsbereitschaft in den Flutgebieten hinzu, wurde ein Bild gezeichnet, dass man in Deutschland nicht auf fremde Hilfe angewiesen sei, dass man es alleine schaffe, mit solchen Ereignissen fertig zu werden. Mit anderen Worten, das Hochwasser hat dazu geführt, dass die Abwendung von Europa weiter zunimmt.

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