Wer Erfolg hat, hat alles richtig gemacht. Und aus Sicht derjenigen, auf deren Leistung der Erfolg beruht, ist dies richtig. Doch darüber hinaus gibt es Fragen, die nicht so eindeutig zu beantworten sind. Dabei sieht sich Kritik immer mit dem Vorwurf konfrontiert, etwas schlechtreden zu wollen, wo es um das Besser geht. Bedeutet der Gewinn der Europameisterschaft einen Schub für den Frauenfußball in Deutschland, war es Werbung für den Frauenfußball? Hat der Frauenfußball durch den Sieg der deutschen Mannschaft einen Entwicklungsschub gemacht bzw. ist dadurch eine Entwicklung sichtbar geworden? Was sagt es aus, dass zur besten Spielerin des Endspiels die Torhüterin mit ihren zwei gehaltenen Elfmetern  gewählt wurde? Was bedeuten 30 und mehr Schüsse auf Tor, von denen die meisten nicht wirklich gefährlich waren? Was sagt es, dass die deutsche Mannschaft nicht in der Lage war, den Ball keine halbe Minute in den eigenen Reihen zu halten? Warum wird der Ball hoch nach vorne gespielt, wo die angespielte Spielerin diesen schwer zu kontrollieren vermag und die Gegnerinnen genügend Zeit haben, zu stören? Warum laufen vielfach die Spielerinnen erst dann in eine Lücke, nachdem der Ball gespielt wurde? Warum rücken Mittelfeld-Spielerinnen bei einem Angriff Weiterlesen »

grosser_spochtIn der Vorausschau auf ein Großereignis an diesem Wochenende, bei dem mit einem Ball auf Rasen gespielt wird, wird wieder einmal das Lied – in Moll – der Kommerzialisierung des Sports gesungen. In der Diskussion um die Tatsache, dass ein Digitalsender sein Exklusivrecht nicht verschenken möchte, wird nicht ganz klar, was dort gescholten wird. Die ARD will keine Mondpreise bezahlen, ohne jedoch zu sagen, wie hoch die Forderung denn ist. (Nachtrag: Angeblich sollen 600.000 € gefordert worden sein, bei Lizenzkosten von 3,5 Mio für die vergangenen drei Jahre. Meine Vermutung war eigentlich, dass die sich für das eine Spiel die Kosten des gesamten Turniers bezahlen lassen. Lag also gar nicht so falsch. Hätte man zahlen können, sind nämlich Peanuts im Verhältnis zu dem, was sonst so über die Ladentheke geht.) Sicher wäre es kein Problem, die Kosten durch ein paar Werbeeinblendungen einzuspielen, Erfahrungen damit sollten im Hause vorliegen. Wahrscheinlich braucht man bei denen aber Monate Vorlauf, um so etwas stemmen zu können. Lieber mault man über die Unverschämtheit der anderen.

An dieser Stelle sei noch einmal an den nun schon wieder zehn Jahre alten Ausraster des lieben Rudi erinnert, der damals wohl immer noch glaubte, dass die Gehälter, die in diesem „Sport“ gezahlt werden, etwas mit dem Sport als Sport zu tun hätte. Dabei war es doch schon lange mehr als offensichtlich, dass die Gehälter im Fußball eindeutig der Unterhaltungsbranche zuzuordnen waren und bis heute noch sind. Und dass man sich sehr wohl darüber mokieren darf, wenn die Unterhaltung lausig ausfällt.

Wenn also die Veranstalter solcher Events ihre Veranstaltung meistbietend an die Medien verkaufen, so doch deshalb, weil die dort auftretenden Künstler erhebliche Gagen kassieren. Und seien wir ehrlich, das plötzliche Interesse an  besagtem Großereignis darf man doch weniger dem Sport zuschreiben.  Es wird „großer Spocht“ geboten, und das ist etwas anderes.

Das Fernsehen ist nach wie vor das wichtigste Informationsmedium in Deutschland, wenngleich das Internet bei Jüngeren unter 30 Jahren das Fernsehen in seiner Bedeutung abgelöst hat.

Im Verlauf des Hochwassers von Bayern, über Sachsen bis nach Schleswig-Holstein kann man feststellen, dass sich jüngere Menschen über Twitter und Facebook sowohl informierten als auch spontan zur Hilfe eilten. Insbesondere war dies so in Großstädten wie Regenburg, Passau, vor allem Dresden, Halle und Magdeburg. Im Fernsehen wurde diese Entwicklung zwar konstatiert, ohne jedoch weiter darauf zu reagieren, mit Ausnahme der Online-Redaktionen der jeweiligen Sender wie MDR und NDR.

Der Bundesbürger gibt jedes Jahr mehr als sieben Milliarden Euro (7.000.000.000 €) für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus, insbesondere die ARD ist mit ihren dritten Programmen regional stark vertreten. Doch schaut man sich die Programme der vergangenen Tage an, wurde tagsüber der übliche Kram abgenudelt, bestehend aus den immer gleichen Serien wie „Sturm der Liebe“, Kochsendungen oder Tierfilmen aus dem Zoo von XY. Sicher, unterbrochen durch eingestreute Berichte aus den Hochwasserregionen.

Dass ein Medium Nutzwert herstellen muss, hat man auch beim Fernsehen erkannt, wie die Vielzahl von Ratgebersendungen belegen. Soll heißen, dass man sich während der Flut hätte auch auf … außer zu fragen, wie man sich gegenüber der Versicherung zu verhalten hat, zumal die meisten eh keinen Versicherungsschutz mehr haben.

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