Am 17. November 2015 versuchte ich darzulegen, „warum jemand ein Nazi ist, der wie ein Nazi spricht oder schreibt“, durch Bewertung der Äußerung des Leiters der Meinungsseite der Berliner Tagesszeitung „Der Tagesspiegel“ vom Wochenende.

„Wer die Attentate von Paris missbraucht, gegen Flüchtlinge zu wettern, ist ein Lump. Wer die Attentate missbraucht, das Gespräch über die Grenzen der Willkommenskultur zu unterbinden, ist nicht viel anständiger als ein Lump.“

Diese beiden Sätze erlauben weitere Schlüsse, die 1. die Frage beantworten, wem die Äußerung  tatsächlich gilt und 2. eine deutliche Verstärkung der oben genannten Ansicht beinhalten.

1. Wem die Äußerung tatsächlich gilt

Soll der „Lump“ getroffen werden?

Ausgehen kann man von der Frage, ob es angesichts der Attacken gegen Flüchtlinge, dem Abfackeln von Unterkünften nicht erlaubt sei, auch mit drastischen Worten gegen diejenigen zu wettern, die Attentate „missbrauchen“, und die sich im Grunde in die Reihe der genannten Täter einreihen. Der Begriff „missbrauchen“ ist gut gewählt, sind solche Handlungen – vor allem an Kindern (siehe zuletzt Missbrauch mit Tötung in Berlin/Brandenburg) – mehr als geächtet, so dass der Gebrauch von „Lump“ gerechtfertigt scheint. Weiterlesen »

„Wer die Attentate von Paris missbraucht, gegen Flüchtlinge zu wettern, ist ein Lump. Wer die Attentate missbraucht, das Gespräch über die Grenzen der Willkommenskultur zu unterbinden, ist nicht viel anständiger als ein Lump.“

Mit diesen beiden Sätzen hat der Leiter der Meinungsseite der Berliner Tageszeitung „Der
Tagesspiegel“ am Wochenende nicht nur einen Aufnahmeantrag bei den Nazis abgegeben,
sondern sich gleich aufgenommen.

Die deutsche Sprache ist, wie viele andere, eine reiche. Sie verfügt über vielfältige
Möglichkeiten zu differenzieren, sie erlaubt stilistische Feinheiten, zudem sind Verstöße gegen die
Grammatik oder solche gegen eine als einschraenkung empfundene schreibweise moeglich, ohne
dass sich viel am Verständnis änderte. Auch die eingangs zitierte Äußerung lässt keinen Zweifel am
Verständnis zu, denn – sein Autor ist ein belesener Mann – mit ihr wird auf den berüchtigten
Präsidenten (1942 – 1945) des Volksgerichtshofs Roland Freisler Bezug genommen, zu dessen
bevorzugten Ausdrücken der „Lump“ gehörte. Gerne verbunden mit dem Adjektiv „schäbig“.

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