Mehr_Durchblick_auf_den_HintergrundIm Zusammenhang mit dem 24-Stunden-Löschbefehl, den Minister Maas institutionalisieren möchte einerseits, seiner Digitalen Agenda andererseits, kommen Kennzeichnungen wieder zum Einsatz, die man schon beim „Altpapier“ wähnte, DAU und Troll. Sie gehörten eigentlich nicht zu meinem Wortschatz, schließlich war die Befürchtung, dass bei ihrer Verwendung aufgrund eigener digitaler Ahnungslosigkeit mehr Finger auf einen weisen als auf andere,  viel zu groß. Aber die nun aufscheinenden Fälle zeigen, dass gerade dieser Zweifel (an sich selbst) den entscheidenden Unterschied ausmacht: dem echten DAU und dem Troll geht dieser Zweifel vollkommen ab.

Als echter Troll erweist sich Uwe-Karsten Heye, der frühere Adlatus des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten und  furchtbarsten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, der anlässlich einer Sitzung Minister Maas‘ Wohlfahrtsausschuss sich fragt, „ob ein wachsender Anteil an Katzenbildern und anderen scheinbar harmlosen Inhalten im Netz im Zusammenhang stehe mit einer „dramatisch schlechten Aufklärungsquote bei Rechtsextremismus“. Gemeint sein können ja nur Aktionen wie „Katzen gegen Glatzen“, mit denen ein Gegengewicht zu den Hasskommentaren im Netz gebildet werden soll. Heyes weitere Äußerungen fasst heise.de so zusammen, dass die Digitalisierung „für eine ‚Hemmung von Übergriffen‘ sorge“ und „dass die ‚lähmende Form der Aggression‘ im Netz […]  gefährlich“ sei. Geht man einmal davon aus, dass heise-Autor Stefan Krempl der deutschen Sprache mächtig ist, was er in den Zeilen zuvor ja problemlos unter Beweis stellt, dürfte er an dieser Stelle kaum versagt und irgendetwas missverstanden haben, und ich verstehe es ebenso, so geht Troll-Sprech. Wer nun weiterhin nur drei Fragezeichen vor seinem Auge hat, sollte sich genau ansehen, wer oder was Subjekt und was Objekt in diesen Äußerungen ist. Heye weiß aber ganz genau, wie er in einem Zeit-Interview mit Sonja Álvarez bekennt, dass es „einen sehr engen Zusammenhang“ zwischen Hass im Netz und Anschlägen gibt, merkwürdigerweise nur in eine Richtung.  Ist dann bloß keiner. Aber das ist ihm sowieso alles „völlig wumpe, Hauptsache, sie [Facebook] setzen ihre Methoden so um, dass Hasskommentare innerhalb von 24 Stunden eliminiert sind. Mit der notwendigen Sensibilität […]“. Da er gleichzeitig einen „institutionellen Rassismus“ zu sehen scheint, d. h. die „zuständigen Behörden sind auf dem rechten Auge nicht nur blind, sondern sie haben das rechte Auge zugeklebt“, meint er vermutlich, ein Recht auf Notwehr zu haben, im Wege der Selbstjustiz für Recht und Ordnung zu sorgen. So „sensibel“ war er nicht immer. Weiterlesen »

I apologize, es tut mir leid, zu viel Blei, fünf elende Seiten Text. Nicht einmal eine Zusammenfassung, keinesfalls in 1:30 zu schaffen, selbst für Schnell-Leser nicht.

Dennoch hier eine Hilfe:

1. Es geht um die Kermani-Rede in der Paulskirche im Oktober.

2. Wenn Sie nur die 101. Antwort auf den „Schloemann-Angriff“ vom 20. Oktober 2015 lesen wollen, gehen Sie gleich zu 2.1.

3. Wenn Sie nur an den Verfälschungen der Tagesschau interessiert sind, gehen Sie
direkt zu Abschnitt 2.2.

4. Und wenn Sie daran interessiert sind, wie die Stützen der Gesellschaft abgewatscht werden, gehen Sie zu 2.3.

Sie können einfach hier weiterlesen, Sie verpassen nichts, denn das Beschriebene ist längst passiert, es besteht daher kein dringender Handlungsbedarf.

„Eigentlich“ sollte dieser Text sich ziemlich geradeaus auf sein Thema, den Abschnitt 2.3. zubewegen, dem Abwatschen mancher, die an unserer Stelle statt, in der ersten Reihe stehen. Auf denen herumgehackt wird, die meistens als „korrupt“ oder „unfähig“ bezeichnet werden, in der Regel beides mit einem „und“ verbunden. Leider kamen mir, und dazu noch doppelt, Hindernisse in den Weg, die ich nicht einfach ignorieren oder umgehen kann. Aus dem Weg räumen kann ich sie nicht, aber wenigstens Hinweisschilder aufstellen, damit die nächsten, die vorbeikommen, nicht gefährdet werden. Da die Hindernisse nun angesprochen werden, die Verantwortlichen benannt sind, könnte die Chance bestehen, dass über kurz oder lang, sich „jemand“ der Sache annimmt.

Als ich mir die Hindernisse näher und von verschiedenen Seiten betrachtete, stellte ich auf einmal fest, dass diese Hindernisse exakt aus dem gleichen Stoff wie mein Thema in 2.3. gewebt sind. Der Anlass, sich damit zu beschäftigen, liegt schon ein paar Wochen zurück. Weiterlesen »

Fortsetzung von 2.2. Die Entweihung der Nachrichten

Man sollte den Blick genauer auf diejenigen richten, die für uns in der ersten Reihe stehen. Dort stehen sie nicht „für sich“, sondern als Repräsentanten einer Organisation, eines Unternehmens oder einer öffentlichen oder sonstigen Institution. Nach meiner Einschätzung, und möglicherweise gibt es den ein oder anderen, der dies teilt, sollte der Repräsentant Haltung und Ansichten der repräsentierten Institution zum Ausdruck bringen. Weswegen es hilfreich ist, wenn eine recht große Übereinstimmung zwischen den persönlichen und den „professionellen“ Ansichten existiert.

Tatsächlich scheint es so zu sein, dass Personen in Ämter streben, um ihre persönlichen Haltungen oder Ansichten zu denen der Institution zu machen, bzw. der Ansicht zu sein, dass das legitim sei. Diese Personen missbrauchen das Amt, das ihnen in der Erwartung übertragen wurde, sie setzten sich für deren Ziele ein. Wenn sie in der ersten Reihe einer solchen Veranstaltung stehen, dann steht dort die Institution, nicht das Individuum. Um Irritationen zu vermeiden, ist es zu empfehlen, sich mit den Laureaten zu beschäftigen. Falls jemandem persönlich etwas zu sehr missfällt, sollte er andere bitten, den Termin wahrzunehmen. Denn die Gäste sind keine Staffage, sondern Ausdruck der Ehrerbietung für die Geehrten (nicht umgekehrt). Falls nun ein vermeintlich niedriger Rang diese Aufgabe mit Begeisterung übernimmt, stellt diese Begeisterung die Ehrerbietung der Institution dar. Und kein Geringschätzen aufgrund des falschen Rangs. Weiterlesen »

Gerhard Schröder halte ich für den furchtbarsten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland („in der Wirkung schrecklich, entsetzlich, grauenvoll“). Was ich sofort einschränken muss, da ich Adenauer,
Erhard und Kiesinger nicht auf gleiche Weise beurteilen kann.

Gegen den ewigen Egokanzler Kohl schickte die SPD den Ich-Ich-Ich-Kandidaten Schröder ins
Rennen. Dessen einziges Motiv: „Ich-will-hier-rein“. Dass das im Amt nicht genügte, musste er
dann selber feststellen. Diese Leerstelle haben andere, insbesondere aus der Großindustrie, schon
zuvor bemerkt und ihn in seinem Selbstverständnis als „Genosse der Bosse“ gestärkt. Und zur
Unterstützung diverse Mitarbeiter in Ministerien abgestellt, um bei Gesetzen zu „helfen“. Nach
seiner Amtszeit hatte er nichts Besseres zu tun, als sich für ein paar Euro zu verkaufen. Um endlich Weiterlesen »

Der Bundespräsident kommt im Fernsehen. Das ist gut. Für den Präsidenten. Dort sind sie immer nett. Dort werden sie wieder nett sein. Das gebietet schließlich die Achtung vor dem Amt. Es sei denn, Anja Reschke und Sonia Mikich führten das Gespräch. Das werden sie aber nicht.

Das Gute ist, es gibt – vermutlich – nichts mehr aufzuklären. Alle Fakten sind mittlerweile bekannt, kann man also alles zugeben, aufklären. Es geht nur noch um die Bewertung. Die ist eigentlich auch schon erfolgt. Der, nun ja, unprofessionelle Umgang mit den Ereignissen lässt nur noch den Rücktritt zu. Doch diese Leute sind schmerzfrei. So schnell gibt man nicht auf. Die Regierung ist schließlich auch noch im Amt.

Doch solch ein Verhalten fordert doch geradezu den Jagdeifer heraus. Weiß das auch Herr Wulff? Ich hoffe, er hat seine “Leichen” alle überprüft. Aber darum geht es gar nicht. Hauptsache, erst einmal um die nächste Ecke kommen.

Mit Christian Wulff scheitert eine ganze Politikergeneration: Die Leistung-muss-sich-lohnen-Fraktion. Was in dieser Kaste immer schon hieß, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, um die Sahne abzuschöpfen.

Die Installation Horst Köhlers sollte die Vorbereitung der schwarz-gelben Koalition sein. Wie wir wissen, kam es schließlich anders. Die musste noch ein wenig warten. Doch erst mit Christian Wulff zog der wirkliche schwarz-gelbe Präsident ins Schloss Bellevue ein. Jung, aktiv, smart. Nicht über den Akteuren stehend, sondern mittendrin. Und gefiel sich in seiner neuen Rolle mit First Lady Bettina an seiner Seite.

Doch genau so schnell, wie sich die Koalition zerlegt hat, erfolgt nun der Niedergang des Präsidenten im Amt. Vor allem zeigten die liberalen Kabinettsmitglieder, dass sie eines können: Pose. In der Vergangenheit versuchten sie den Eindruck zu vermitteln, dass die politische Kaste nur deshalb in der Politik sei, weil sie im normalen Leben nichts zuwege brächte. Doch demonstrierten sie im Ernstfall ihren Totalausfall, zeigten, dass sie genau so sind, wie sie es ihren Gegnern immer vorzuhalten pflegten. Und insbesondere Westerwelle – der bis heute von seinem Amt so beeindruckt ist – und Rösler gaben und geben zu erkennen, dass politische Ämter von ihnen mit links auszuüben sind. Und betonen damit, dass ihnen jegliche Ernsthaftigkeit fehlt.

Und nur scheinbar unterschied sich darin Köhlers Amtsnachfolger. Wiewohl man meinen könnte, dass das Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten jemanden prägen sollte, ist heute eher davon auszugehen, dass Weiterlesen »

Da ich schon Urlaub hatte, war kurz vor Weihnachten eine gute Gelegenheit, unserem Bundespräsidenten live zu lauschen. Meine erste Reaktion nach dem Abgang: wenn das alles ist, wirst Du nicht lange froh sein dürfen. Sie werden Dich langsam weichkochen. Das war dann doch zu wenig und weitestgehend gedrechseltes Geschwurbel. Und es hat ja nicht einen Tag gegeben, an dem das Thema aus den Medien verschwunden ist. Na gut, an den Weihnachtstagen. Aber da wurde, wie wir jetzt wissen, schon an der nächsten Meldung gewerkelt. Und die haut einen doch eher um. Da spricht der Bundespräsident PERSÖNLICH dem Bild-Chefredakteur “aufs Band”. Und nicht etwa, bitte rufen Sie mich dringend zurück, egal wann, bin für Sie Tag und Nacht erreichbar. Sondern plärrt ein paar lächerliche Sätze in die Muschel: Rubikon, Krieg. Und dann ruft er noch – wahrscheinlich weil er Diekmann nicht erwischt hat – den Vorstand an. Der war sicher, wie man ihn einschätzen dürfte, eher irritiert. Wenn er etwas Sinn für Humor hat, hat er sich danach in die Ecke geschmissen und schallend gelacht. Wenn es nicht so traurig wäre.

Am Wochenende war von Pascale Hugues zu lesen, dass man, verglichen mit dem, was sich französische Politiker, insbesondere Präsidenten, im Amt erlauben, es sich im Falle unseres Herrn Wulffs doch wahrlich um Kleinigkeiten handelt. Und selbst der Anruf bei Bild ist bei diesen Maßstäben nun wirklich keine große Sache. Unsere Präsidenten sind aber nicht die direkten Nachfahren Ludwig XIV. Wirklich Pech. Ich denke, die Darlehensaffäre hätte er noch aussitzen können, der persönliche Anruf bei der Zeitung wird aber zu seinem Rubikon.

Kommen wir doch noch einmal zurück zum 22. Dezember und einem Kern der Wulffschen Einlassung. Nach der Entlassung des persönlichen Referenten war klar, dass es an diesem Tag keinen Rücktritt geben wird. Also gab es ein paar Entschuldigungen. Für die Profis. Viel bedeutsamer Weiterlesen »

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