Fortsetzung von 2.2. Die Entweihung der Nachrichten

Man sollte den Blick genauer auf diejenigen richten, die für uns in der ersten Reihe stehen. Dort stehen sie nicht „für sich“, sondern als Repräsentanten einer Organisation, eines Unternehmens oder einer öffentlichen oder sonstigen Institution. Nach meiner Einschätzung, und möglicherweise gibt es den ein oder anderen, der dies teilt, sollte der Repräsentant Haltung und Ansichten der repräsentierten Institution zum Ausdruck bringen. Weswegen es hilfreich ist, wenn eine recht große Übereinstimmung zwischen den persönlichen und den „professionellen“ Ansichten existiert.

Tatsächlich scheint es so zu sein, dass Personen in Ämter streben, um ihre persönlichen Haltungen oder Ansichten zu denen der Institution zu machen, bzw. der Ansicht zu sein, dass das legitim sei. Diese Personen missbrauchen das Amt, das ihnen in der Erwartung übertragen wurde, sie setzten sich für deren Ziele ein. Wenn sie in der ersten Reihe einer solchen Veranstaltung stehen, dann steht dort die Institution, nicht das Individuum. Um Irritationen zu vermeiden, ist es zu empfehlen, sich mit den Laureaten zu beschäftigen. Falls jemandem persönlich etwas zu sehr missfällt, sollte er andere bitten, den Termin wahrzunehmen. Denn die Gäste sind keine Staffage, sondern Ausdruck der Ehrerbietung für die Geehrten (nicht umgekehrt). Falls nun ein vermeintlich niedriger Rang diese Aufgabe mit Begeisterung übernimmt, stellt diese Begeisterung die Ehrerbietung der Institution dar. Und kein Geringschätzen aufgrund des falschen Rangs.

Anscheinend hatte einigen Herren die muslimische Gebetsgeste (nur etwas für den Fußballplatz?) missfallen, fanden es zuvor vermutlich toll, dass sich „der Muselmane“ für den christlich katholischen Glauben begeistert. Dabei scheinen diese Leute weder von dem einen noch von dem anderen etwas zu verstehen, verstehen zu wollen. Ihr Gesichtsausdruck offenbarte jedenfalls, dass sie im Grunde nichts verstanden hatten. Solche Personen sollten weder in der ersten noch in der zweiten, nicht einmal in der letzten Reihe Platz nehmen, selbst wenn so der halbe Saal leer bleibt. Diese Scheinheiligen scheinen mir in der Mehrheit. Ihre Kritik dürfen sie dennoch äußern, nur, vorzugsweise nicht während der Veranstaltung. Nicht grundsätzlich nicht während dieser; ich denke, man sollte sich den Einzelfall ansehen und dann urteilen. So wird die Flut der Ehrungen abnehmen, weil sich hinter einer Fassade mehr Abgründe offenbaren, als man bereit ist, zu übersehen. Entsprechend werden Störungen abnehmen.

Wo ist eigentlich Schloemann? Warum wandte er sich nicht gegen diese Heuchler im Amt? Klar ist doch, es gibt genug zu tun. Ich habe ihm einiges an Arbeit abgenommen – die leichten Fälle. Nun kommen die Hartleibigen. Da müssen jetzt die Profis ran. Kobra Schloemann, übernehmen Sie.

Mission: not impossible.


Erstmals veröffentlicht via twitter.com/WPietschke 27.11.2015  19:02:34

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