Wer Erfolg hat, hat alles richtig gemacht. Und aus Sicht derjenigen, auf deren Leistung der Erfolg beruht, ist dies richtig. Doch darüber hinaus gibt es Fragen, die nicht so eindeutig zu beantworten sind. Dabei sieht sich Kritik immer mit dem Vorwurf konfrontiert, etwas schlechtreden zu wollen, wo es um das Besser geht. Bedeutet der Gewinn der Europameisterschaft einen Schub für den Frauenfußball in Deutschland, war es Werbung für den Frauenfußball? Hat der Frauenfußball durch den Sieg der deutschen Mannschaft einen Entwicklungsschub gemacht bzw. ist dadurch eine Entwicklung sichtbar geworden? Was sagt es aus, dass zur besten Spielerin des Endspiels die Torhüterin mit ihren zwei gehaltenen Elfmetern  gewählt wurde? Was bedeuten 30 und mehr Schüsse auf Tor, von denen die meisten nicht wirklich gefährlich waren? Was sagt es, dass die deutsche Mannschaft nicht in der Lage war, den Ball keine halbe Minute in den eigenen Reihen zu halten? Warum wird der Ball hoch nach vorne gespielt, wo die angespielte Spielerin diesen schwer zu kontrollieren vermag und die Gegnerinnen genügend Zeit haben, zu stören? Warum laufen vielfach die Spielerinnen erst dann in eine Lücke, nachdem der Ball gespielt wurde? Warum rücken Mittelfeld-Spielerinnen bei einem Angriff Weiterlesen »

Es wird wieder europäischer Spitzensport geboten. Das Interesse scheint jedoch mittelmäßig zu sein. Es ist das ein oder andere unterhaltsame Spiel dabei.  Die deutsche Mannschaft kann dies nicht für sich reklamieren. Der Hype bei der WM vor zwei  im eigenen Land endete doch mit einer brutalen Landung. Nix war‘s mit einem Imageschub. Und spielerisch war bei der WM – wie auch jetzt wieder – von anderen Mannschaften mehr zu sehen. Da hätte man die Gelegenheit nutzen sollen, die Trainerin auszuwechseln, um den Kurs zu korrigieren. Hat man aber nicht.

Zudem war schon seinerzeit zu sehen, was erneut deutlich wird. Ihre bevorzugte Haltung, mit verschränkten Armen am Spielfeldrand stehen.  Als hätte sie mit den Ereignissen auf dem Platz nichts zu tun. Und so redet sie auch, „was da passiert sei, da müsse sie sich auch erst erkundigen“. Von „wir“ ist nie die Rede. Letztens hatte es während des Spiels geregnet, und was macht die Trainerin? Sie steht mit dem Schirm am Spielfeldrand. Mit einem Schirm! Will man sich für so jemanden zerreißen?

grosser_spochtIn der Vorausschau auf ein Großereignis an diesem Wochenende, bei dem mit einem Ball auf Rasen gespielt wird, wird wieder einmal das Lied – in Moll – der Kommerzialisierung des Sports gesungen. In der Diskussion um die Tatsache, dass ein Digitalsender sein Exklusivrecht nicht verschenken möchte, wird nicht ganz klar, was dort gescholten wird. Die ARD will keine Mondpreise bezahlen, ohne jedoch zu sagen, wie hoch die Forderung denn ist. (Nachtrag: Angeblich sollen 600.000 € gefordert worden sein, bei Lizenzkosten von 3,5 Mio für die vergangenen drei Jahre. Meine Vermutung war eigentlich, dass die sich für das eine Spiel die Kosten des gesamten Turniers bezahlen lassen. Lag also gar nicht so falsch. Hätte man zahlen können, sind nämlich Peanuts im Verhältnis zu dem, was sonst so über die Ladentheke geht.) Sicher wäre es kein Problem, die Kosten durch ein paar Werbeeinblendungen einzuspielen, Erfahrungen damit sollten im Hause vorliegen. Wahrscheinlich braucht man bei denen aber Monate Vorlauf, um so etwas stemmen zu können. Lieber mault man über die Unverschämtheit der anderen.

An dieser Stelle sei noch einmal an den nun schon wieder zehn Jahre alten Ausraster des lieben Rudi erinnert, der damals wohl immer noch glaubte, dass die Gehälter, die in diesem „Sport“ gezahlt werden, etwas mit dem Sport als Sport zu tun hätte. Dabei war es doch schon lange mehr als offensichtlich, dass die Gehälter im Fußball eindeutig der Unterhaltungsbranche zuzuordnen waren und bis heute noch sind. Und dass man sich sehr wohl darüber mokieren darf, wenn die Unterhaltung lausig ausfällt.

Wenn also die Veranstalter solcher Events ihre Veranstaltung meistbietend an die Medien verkaufen, so doch deshalb, weil die dort auftretenden Künstler erhebliche Gagen kassieren. Und seien wir ehrlich, das plötzliche Interesse an  besagtem Großereignis darf man doch weniger dem Sport zuschreiben.  Es wird „großer Spocht“ geboten, und das ist etwas anderes.

Der Mann ist integer, seriös, intelligent und hat Ziele. Weil er aber nicht alles wissen kann, hat er sich ein Kompetenzteam zugelegt. In dieser Zeit fallen die Themen ja geradezu wie reifes Obst von den Bäumen: Hochwasser, NSA, Prism, Ägypten, Gezi-Park etc. Da könnte sein Team glänzen, zu jedem Anlass kluge Gedanken formulieren, sie dem Kandidaten in den Mund legen, ein Feuerwerk abbrennen. Schließlich ist Wahlkampf, da muss man in die Medien, vor allem als Herausforderer.  Liegt das jetzt an mir, dass ich den Kandidaten nur als Ein-Themen-Mann wahrnehme? Wo sind seine Experten? Wundert es da, dass der Vorsitzende in die Bresche springt. Den habe ich öfter im Fernsehen gesehen als den offiziellen Herausforderer! Und er äußert sich auch zu vielfältigen Themen, eben zu den Feldern, die man als Bundeskanzler beackern muss. Man hätte auch eine Wahl verlieren dürfen.

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