Während des Hochwassers waren einige Tweeds mit dem Tenor zu lesen, wo denn die ganze Unterstützung aus dem Ausland bliebe, wo wir denen doch schon so viele Milliarden haben zukommen lassen. Zudem gab es Meldungen, wonach Brüssel sich weigere, Mittel für den Wiederaufbau bereitzustellen. Dabei war von Beginn an klar, dass jedes Land Anspruch auf europäische Infrastrukturhilfen hat. Und richtig, Meldungen über die europäische Solidarität blieben selten, vergleicht man dies mit weit zurückliegenden Zeiten, in denen die gegenseitige Unterstützung in den Nachrichten breiten Raum eingenommen hatten. Aktuell gemeldet wurde nur der Einsatz von französischen und niederländischen Soldaten, die sich gerade im Hochwassergebiet aufgehalten hatten.

Nimmt man noch die ständige Betonung der Hilfsbereitschaft in den Flutgebieten hinzu, wurde ein Bild gezeichnet, dass man in Deutschland nicht auf fremde Hilfe angewiesen sei, dass man es alleine schaffe, mit solchen Ereignissen fertig zu werden. Mit anderen Worten, das Hochwasser hat dazu geführt, dass die Abwendung von Europa weiter zunimmt.

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Die Beobachter waren der Ansicht, dass hier das Menschliche zum Vorschein kam, bei dem Mann, der sich anschickt, der Regierungschef des mächtigsten Landes in Europa werden zu wollen. Der zu Tränen gerührt war, als seine Frau an die vielen Gemeinheiten der vergangenen Monate erinnerte. Aber zeigt sich nicht doch viel mehr Empfindlichkeit statt Empfindsamkeit bei einem, der austeilt, aber nicht einstecken kann? Ist es ungerecht, zynisch oder gar unmenschlich, es so zu sehen? Wie viele der Anlässe gehen denn auf das Konto des Kandidaten?

Diese Szene machte überdeutlich, wie einsam der Kandidat sich in der Partei fühlt. Auf weiter Flur niemand. Ein Sprecher nicht, schnell ‚mal ausgetauscht, der Vorsitzende nicht auf seiner Seite. Da darf man zweifeln, ob irgendeiner aus dem Kompetenzteam zu den engen Vertrauten des Kandidaten gezählt werden darf. So wird das nix. Es zeigt aber auch, wie mutlos die anderen „Rivalen“ bei der Kür sich verhielten, angesichts eines doch eher aussichtslosen Kampfs gegen A.M. („Einer muss es ja machen“) So bleibt dieser Teil des Konvents als verfrühter 23. September in Erinnerung, wo noch ein so quälend langer Wahlkampf vor dem Kandidaten liegt.

Das Fernsehen ist nach wie vor das wichtigste Informationsmedium in Deutschland, wenngleich das Internet bei Jüngeren unter 30 Jahren das Fernsehen in seiner Bedeutung abgelöst hat.

Im Verlauf des Hochwassers von Bayern, über Sachsen bis nach Schleswig-Holstein kann man feststellen, dass sich jüngere Menschen über Twitter und Facebook sowohl informierten als auch spontan zur Hilfe eilten. Insbesondere war dies so in Großstädten wie Regenburg, Passau, vor allem Dresden, Halle und Magdeburg. Im Fernsehen wurde diese Entwicklung zwar konstatiert, ohne jedoch weiter darauf zu reagieren, mit Ausnahme der Online-Redaktionen der jeweiligen Sender wie MDR und NDR.

Der Bundesbürger gibt jedes Jahr mehr als sieben Milliarden Euro (7.000.000.000 €) für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus, insbesondere die ARD ist mit ihren dritten Programmen regional stark vertreten. Doch schaut man sich die Programme der vergangenen Tage an, wurde tagsüber der übliche Kram abgenudelt, bestehend aus den immer gleichen Serien wie „Sturm der Liebe“, Kochsendungen oder Tierfilmen aus dem Zoo von XY. Sicher, unterbrochen durch eingestreute Berichte aus den Hochwasserregionen.

Dass ein Medium Nutzwert herstellen muss, hat man auch beim Fernsehen erkannt, wie die Vielzahl von Ratgebersendungen belegen. Soll heißen, dass man sich während der Flut hätte auch auf … außer zu fragen, wie man sich gegenüber der Versicherung zu verhalten hat, zumal die meisten eh keinen Versicherungsschutz mehr haben.

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